Mittwoch, 13. November 2013

Rezension ~ "Die Liebe deines Lebens" von Cecelia Ahern


Klappentext

Adam will einfach nur, dass alles aufhört. Er ist über das Geländer der Brücke geklettert und schaut hinunter in das kalte, schwarze Wasser. Christine will einfach nur helfen. Mit einem Deal kann sie Adam vom Springen abhalten: Bis zu seinem nächsten Geburtstag wird sie ihn überzeugen, dass das Leben lebenswert ist! Schnell wird klar, dass sie ihn nur retten kann, wenn sie ihn wieder mit seiner großen Liebe zusammenbringt. Doch dann merkt Christine, wie sie sich selbst Hals über Kopf in Adam verliebt …

Buchdaten:

Verlag: FISCHER Krüger
Seiten: 384
ISBN: 3810501514
Originaltitel: How To Fall In Love
Buchreihe: Nein
Erscheinungsdatum 08. Oktober 2013
Zur Leseprobe: HIER KLICKEN



Der erste Satz
"Man sagt, der Blitz schlägt nie zweimal ein." 

Meine Meinung:

Es ist ein paar Wochen her, da unterhielt ich mich per Facebook-Chat mit der lieben Favola von "Favolas Lesestoff" (Klick) über Bücherpost. Wie es so ist, wenn man nicht-angefragte Bücher erhält. Die Freude auf der anderen Seite, was aber, wenn einem das Buch nicht so 100% zusagen mag? Als ich hörte, es ginge ihr derzeit mit dem aktuellen Buch - dem Neuesten - von Cecelia Ahern so, horchte ich besonders auf. 

Denn obwohl ich meistens nie ganz glücklich mit dem Ende von Frau Aherns Büchern bin, so lese ich sie doch ganz gerne. Ich bin immer wieder erstaunt, welche Ideen sie hervor bringt und immer gespannt, ob sie die Ideen auch zu meiner Zufriedenheit umsetzt. So zum Beispiel, was, wenn sich das eigene Leben mit einem Treffen will? Oder man ein Buch findet, in dem es um einen selbst geht... allerdings steht drin geschrieben, was am nächsten Tag passiert?! 

So bin ich vielleicht nicht ihr größter Fan, hab ihre Werke aber doch immer im Blick und noch ein paar von ihr ungelesen in meinem Regal. Ich freute mich also sehr, als Favola mir das Buch zum Rezensieren anbot.

Tja, ob ich endlich mal wieder mit der Ideen-Umsetzung und dem Ende zufrieden war?



  • Der Schreibstil ist typisch Cecelia Ahern. Lebendig, artet aber nicht zu sehr in Detail-Verliebtheit aus. So bleibt das Lesevergnügen flüssig und kommt - bis auf ein paar überflüssige Zusatzinformationen - ohne nervige Längen aus.
  • Der Hauptprotagonist: So schwer ich mich anfangs mit Christine tat, so sehr liebte ich sofort Adam. Seinem sarkastischen Humor war ich sofort verfallen. So ironisches Adam jede Frage beantwortet, so trocken reagiert Christine. Gegensätzlicher könnten die Charaktere also kaum sein und dennoch funktionieren sie wunderbar zusammen und ergeben eine perfekte Mischung, deren Dialoge ich gerne verfolgt habe.
  • Die Nebencharaktere konnten mich aber ebenso begeistern. Allen voran Christines Vater und Schwester. Auch wenn man das Gefühl hat, sie können nicht ernst sein und jeder Satz ist ein Scherz meist auf Christines Kosten - ich habe mich unglaublich amüsiert und wünschte, ich könnte mir einen Becher Kaffee schnappen und mich zu dieser Familie setzen und denen einfach einen ganzen Abend zuhören. Die Stellen, in denen Christines Familie ihren Auftritt hatte, waren zumeist die Stellen, bei denen ich am lautesten auflachen musste (was auch immer das über mich aussagt, weil manche Sprüche eigentlich ganz schön gemein waren). 
  • Eine recht witzige Idee ist auch, eine von Christines Macken als Idee für die Kapitelüberschriften zu nutzen. Christine lebt nach diesen ganzen Selbsthilfebüchern. Und so klingt jedes Kapitel wie der Titel eines von Christines Büchern (z.B. "Wie man ein Wunder erkennt und was man tun kann, wenn man eines erlebt", "Wie man seinen Mann verlässt (ohne ihn zu verletzen)" etc.) und passt perfekt zum Inhalt des Kapitels.
  • Endlich hab ich nach Beendigung eines Ahern-Romans mal nicht das Gefühl gehabt: Tolle Idee, Schade nur, dass so viel Potenzial verschenkt wurde und nicht genug aus dieser Idee rausgeholt wurde. Nein, dieses Mal habe ich nichts zu bemängeln und fühle mich nicht enttäuscht. Die Umsetzung der Idee ist in meinen Augen gut gelungen.
  • Das Ende: Keine Angst, ich verrate es nicht. Aber wer schon einige Romane von Cecelia Ahern gelesen hat, weiß, dass selbst ein Happy End-Ende bei ihr nicht immer ein typisches Happy End ist, wie es sich das Romantikherz wünschen würde. So manches Mal wusste man, das Ende ist richtig wie es ist und dennoch fühlte man sich einfach unglücklich damit. Bei der Autorin bin ich immer auf alles gefasst und fast ängstlich, dass ich am Ende wieder ganz unzufrieden das Buch schließe. Dieses Mal war dem - Gott sei Dank - nicht so.




  • Ich tat mich anfangs wirklich sehr schwer mit der Hauptprotagonistin. Christine hat wirklich ziemlich viele Schrullen und hat so einen seltsamen trockenen Humor. Mit ihrer Familie hätte ich mich gleich wunderbar verstanden! Würde ich Christine im realen Leben kennenlernen und müsste ich sie mit einem Wort beschreiben, wäre es wohl: Seltsam! Aber im Laufe des Buches wurden wir doch noch Freundinnen ;)
  • Adams Vater soll als der Böse Mensch da stehen. Der fiese Vater, der nie Liebe für seine Familie empfinden konnte und dem sein Imperium - die Schokoladenfirma - über alles geht - auch über das Wohl seiner Kinder. Frau Ahern hat sich auch sehr bemüht, ihn als "Ar...pieeeeep" da stehen zu lassen. Doch ein Satz, wo der Vater mit einem kleinen versteckten Grinsen auf die bissige Krankenschwester reagiert, gab mir das Gefühl, dass er von außen einen total harten Kern hat, im Herzen aber gut ist. So wirkte er auf mich vermutlich weniger unsympathisch  als es gewünscht war.... oder sollte es doch so sein? 


  • Ich fand einige Infos seltsam gestreut. Man erfährt erst spät ein Geheimnis über Christines Mutter, bei dem man denkt, da hängt noch vieeel dahinter. Adam spricht sie sicher darauf an, sagt ihr, dass er das Geheimnis nun kennt.. aber nö. Wird gar nicht mehr erwähnt.
  • Genauso seltsam wie einige Zwischenhandlungen, die dann gar nicht mehr aufgegriffen wurden. So sucht ihre beste Freundin später im Buch ihre Eltern. Ob sie sie gefunden hat? Wir werden es wohl nie erfahren... es sein denn, Cecelia Ahern widmet ihr noch ihr eigenes Buch. 
  • Ist es möglich, dass man sich wegen zwei Dingen umbringen will und innerhalb von 2 Wochen ändert sich alles? So manch Wendung in dem Buch ging mir irgendwie zu schnell. Ich hatte gedacht, Adams Geburtstag wäre erst einige Monate später und dass die Wandlungen so also eher langsam und realistisch von statten geht. So konnte ich so manche Stimmungsänderung nicht ganz glauben.

Fazit


Insgesamt ist "Die Liebe deines Lebens" aber ein wunderbarer Aufruf, sein eigenes Leben zu lieben. Dieser Aufruf wird auf sehr humorvolle Weise vermittelt, gemischt mit vielen tiefgründigen und auch traurigen Szenen. Dazu viel Gefühl und Romantik, wie man es bei der Autorin auch erwartet. Endlich ein Ahern-Roman, den in inhaltlich gut umgesetzt finde und mit dessen Ende ich mehr als gut leben kann! :) 


Lieben Dank an die liebe Favola und den Fischer Verlag, dass ich das Buch lesen durfte! :)

Bewertung:


Buchtrailer


Über die Autorin:
Cecelia Ahern ist eine der erfolgreichsten Autorinnen der Welt. Sie wurde 1981 in Irland geboren und studierte Journalistik und Medienkommunikation in Dublin. Mit 21 Jahren schrieb sie ihren ersten Roman, der sie sofort international berühmt machte: ›P.S. Ich liebe Dich‹, verfilmt mit Hilary Swank. Danach folgten Jahr für Jahr weitere weltweit veröffentlichte Bücher in Millionenauflage. Die Autorin wurde für ihr Werk mehrfach ausgezeichnet, schreibt auch Theaterstücke und Drehbücher und konzipierte die TV-Serie ›Samantha Who?‹ mit Christina Applegate sowie einen Zweiteiler für das ZDF. Cecelia Ahern lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im Norden von Dublin.


Hier kaufen:


Kommentare:

  1. Guten Morgen ;)

    Mir geht es mit den Ahern Büchern oft so wie dir! Deine Rezi spricht schön aus, was ich mir schon oft gedacht hab und ich musste immer wissend mitnicken ;) Nichtsdestotrotz stehn stolze 8 Bücher von ihr gelesen in meinem Regal, da ich auch immer so gespannt bin auf ihre Ideen und ihre Fantasie.

    Ich warte immer auf die Taschenbuchausgabe ihrer Romane, und werd jetzt wahrscheinlich auf dieses ein (gefühltes) Jahr warten müssen, aber es freut mich, dass es dich überzeugt hat, da kann ich mich beruhigt darauf freuen! Ich werd mir inzwischen 100 Namen zulegen ;)

    Liebe Grüße,
    Anja

    AntwortenLöschen
  2. Tolle, ausführliche Rezension! Ich habe noch nie etwas von Cecelia Ahern gelesen, und einerseits hat mich dein Artikel neugierig gemacht. Andererseits habe ich das Gefühl, dass es zur Zeit irgendwie viele solcher Bücher gibt, in denen ein Mensch sein Leben wegwerfen will und ein anderer versucht, ihn vom Gegenteil zu überzeugen...... Bsp: "A long way down" von Nick Hornby oder "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes. Je länger ich darüber nachdenke, umso mehr fallen mir ein.
    Oder kommt das nur mir so vor?

    AntwortenLöschen
  3. Wie liebevoll du deine Rezensionen aufbaust, ich bin beeindruckt :-)

    AntwortenLöschen
  4. Salut, Nica.
    Hier also mein direktes Debüt in Deinem Blog... :-)
    Ich denke nicht nur die Figuren einer Geschichte tun sich schwer damit, wenn die Protagonistin von einer Überdosis Helfersyndrom vereinnahmt ist. Würde mich nicht wundern Christine mit jedem Buch zur Lebensberatung auf "du" zu sehen. Nicht selten blenden solche Figuren die eigenen Probleme erfolgreich aus - um sie in ihre "Opfer" zu projezieren.
    Ha! Immerhin hat Dich Miss Ahern mit dem Ende überraschen können.

    Deine Aspekte in der Sektion für "Daumen runter" könnten jetzt Anlaß zu Vermutungen geben. Vermutungen, ob das Lektorat sich einen schönen Tag gemacht hat. Normalerweise fliegt ja alles Irrelevante dabei raus. Wären dann vielleicht nur 250 Seiten geworden. ;-)

    A b e r - die Autorin hat Dich positiv "auf dem falschen Fuß erwischt".


    bonté

    AntwortenLöschen

Ich freue mich wirklich sehr über Kommentare. Vielen Dank! <3