Samstag, 17. Dezember 2011

[Rezension] "Forbidden" von Tabitha Suzuma

Verlag: Oetinger
Seiten: 448
ISBN: 3789147443
Originaltitel: Time of My Life
Buchreihe: Nein
Erscheinungsdatum August 2011
Bewertung: 3,5 von 5 Punkte
Eine große Liebe voller Leidenschaft und gegen alle Vernunft. Die sechzehnjährige Maya und ihr ein Jahr älterer Bruder Lochan kümmern sich um ihre drei jüngeren Geschwister, während ihre Mutter sich dem Alkohol und ihrem Liebhaber zuwendet. Verzweifelt versuchen die beiden, ihre Familie zu erhalten und kommen sich dabei immer näher. Sie wissen, was der andere denkt und fühlt, geben sich Halt und sind sich gegenseitig Trost. Eines Tages wird mehr aus ihrer Beziehung. Maya und Lochan wissen, dass sie etwas Verbotenes tun, aber ihre Gefühle sind stärker und sie können nicht mehr ohne den anderen sein. Denn: Wie kann sich etwas Falsches so richtig anfühlen? Sensibel und eindringlich erzählt Tabitha Suzuma von einer bedingungslosen Liebe über alle Grenzen hinweg. Ein Tabuthema, dass bewegt, fesselt und lange nachklingt.

Der erste Satz
Ich starre auf die kleinen, reglosen, verbrannten schwarzen Körper, die das abblätternde Weiß des Fensterbretts sprenkeln.

Zur Leseprobe: HIER KLICKEN (Blick ins Buch - Leseprobe)

Das Cover:
Das Cover ist diesmal absolut passend ausgewählt. Ein Herz aus Stacheldraht erscheint mir für die Geschichte absolut passend. 

Fakten: 
Forbidden ist komplett in der ICH-Perspektive geschrieben. Dabei wechseln sich allerdings die Kapitel zwischen Maya und Lochan ab.

Meine Meinung:
Wie kann sich etwas so Falsches so richtig anfühlen?
Eigentlich möchte ich diesem Buch gar keine Bewertung geben, da es kaum möglich ist, diesem Buch eine passende Bewertung zu geben.
Ich kann nicht so objektiv sein, da mich die Geschichte so sehr hin und her gerissen hat. Es ist erstaunlich, was ein Buch über ein Tabuthema in einem auslöst, wie schnell man sich unbewusst eine eigene Meinung bildet. Meine schien definitiv zu sein: Das zwischen den Beiden - das darf nicht sein.. das ist.. bäh!!

So wollte ich wohl sogar noch mehr Punkte finden, die mir nicht gefallen. Auf der Mag-Ich-Nicht-Liste stand auch die Namenswahl ganz weit oben. Der Hauptprotagonist heißt Lochan! Seine Brüder Tiffin und Kit und seine kleine Schwester Willa. Nur der Name Maya gefiel mir. Aber im Ernst, die Namen im Buch "Die Enklave" waren noch viel schlimmer und haben mich aufgrund der tollen Story dann gar nicht mehr gestörrt. Wohl leider ein Zeichen, dass ich dieses Buch nicht mögen wollte - obwohl ich so unfassbar gespannt war und das Buch ganz weit oben auf meinem Wunschzettel stand. Ich merkte dies aber wirklich erst nach dem ich schon mit dem Buch begonnen hatte. 

Und so fühlte ich mich die ganze Zeit beim Lesen seltsam bedrückt.. hatte manchmal das Bedürfnis das Buch wegzulegen und wollte einfach nicht mehr lesen, wie sie sich küssen.
Deswegen kann ich nur ganz klar sagen: Achtet nicht auf meine Bewertung! Wenn Euch das Buch interessiert und ihr denkt, ihr könnt es lesen.. dann lest es!

Denn auch wenn das Thema wirklich heikel ist, das Buch ist wunderschön geschrieben. Wären es keine Geschwister, wäre mein Romantik und Schmachtfaktor ganz weit oben gewesen... auch wenn mir die Dramatik schon fast zuviel war - dies ewige: Wir dürfen nicht... ich will aber... aber wir dürfen nicht.
Obwohl es natürlich passt, dieses Hin und Her... alles andere wäre unrealistisch gewesen und doch konnte ich es kaum ertragen.
Dann wieder hab ich gehofft, dass sie sich näher kommen.. fand die romantischen Szenen toll - und fühlte mich gleichzeitig schlecht dabei, bedrückt, mit dem Gefühl: Du darfst das nicht schön finden!

Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch Meinungen spaltet und man es entweder ganz toll findet.. oder eher schrecklich. Ich würde dem Buch für mich sogar noch schlechter bewerten.. einfach weil ich gemerkt hab, puh, das Thema ist nichts für mich, ich fühle mich mit dem Buch nicht wohl.
Aber dennoch wäre es unfair, denn ich denke, genau das wollte die Autorin auch erreichen... das man sich mit dem Thema befasst, darüber nachdenkt und alleine dafür, dass sie dies geschafft hat, lässt die Bewertung wieder steigen.

Genauso wie sie es geschafft hat, dass man innerlich zerrissen ist zwischen Mitleid mit den Beiden - man mag sie. Vor allem Maya war mir absolut symphatisch und doch war da diese Liebe, die mich abstieß.
Ich konnte das Buch aber nicht weglegen und habe es beendet. Mit dem Ergebnis, dass ich am Ende auch noch tierisch heulen musste! Warum werde ich jetzt natürlich nicht verraten. 
Aber auch das zeigte wieder, das Buch ließ mich alles andere als kalt. Es hat mich berührt und abgestoßen gleichzeitig. Wie seltsam. Ich kann das Buch jetzt noch kaum anschauen, ohne dabei das Gesicht zu verziehen... und doch denke ich noch immer viel über die Geschichte nach. 

Ein Buch, dass einem extrem an die Nieren geht und noch sehr sehr lange nachklingt. Ich weiß nicht, ob ich es jemals nochmal lesen könnte. Ich bin aber sicher, dass mir Maya und Lochan nicht mehr so schnell aus dem Kopf gehen, das hat die Autorin wirklich wunderbar geschafft. 

Ich kann Euch also kaum einen Rat geben - außer vielleicht: lest die Leseprobe (siehe Link oben) und fühlt in Euch hinein, ob ihr Euch beim Lesen wohl fühlt. Wenn ja, dann lest es unbedingt, denn wenn man die eigenen Gefühlen dabei missachtet, ist es ein wirklich gutes Buch. Aber auch hier: Haltet Taschentücher bereit... zumindest im letzten Teil. 

Bewertung:

Über die Autorin:
Tabitha Suzuma wurde 1975 als Tochter einer Engländerin und eines Japaners in London geboren. Sie studierte Französische Literatur am Londoner King's College und arbeitete nach einer pädagogischen Zusatzausbildung als Grundschullehrerin. Seit 2006 hat sie mit großem Erfolg fünf Romane für Jugendliche veröffentlicht. Tabitha Suzuma wurde mit zwei Literaturpreisen ausgezeichnet, dem Young Minds Book Award und dem Stockport Schools Book Award.

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Kommentare:

  1. So ging es mir genauso mit dem Buch. Ich hörte von vielen, dass dieses Buch ihr absolutes Lieblingsbuch wäre und da hab ich es auch mal gelesen, obwohl mich dieses Thema etwas abstieß. `Forbidden´ löste bei mir auch einen Gefühlswirrwar aus. Ich fand dieses Buch wirklich etwas abstoßend. Wären es nicht Geschwister, dann hätte mir das Buch echt gefallen. Und noch immer frage ich mich wie es mit Maya und co. weiter gehen soll. Ich hätte das Jugendamt eingeschaltet. Die hätten einen bestimmt weiter geholfen.

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  2. Seltsam wie befangen man doch ist, oder? Wären es nicht Geschwister gewesen, hätte das Buch sicher ne richtig hohe Punktzahl von mir bekommen.. hmm...

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Ich freue mich wirklich sehr über Kommentare. Vielen Dank! <3