Montag, 28. November 2011

[Rezension] "Saeculum" von Ursula Poznanski

Verlag: Loewe Verlag
Seiten: 496
ISBN: 3785570287
Originaltitel: Saeculum
Buchreihe: Nein
Erscheinungsdatum 2. November 2011
Bewertung: 4,5 von 5 Punkte
Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter ohne Strom, ohne Handy , normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra. Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein. Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit. Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald?

Der erste Satz
Bastian hörte das Klirren der Schwerter schon von Weitem.

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Das Cover:
Passender könnte ein Buchcover kaum gestaltet sein. Hier hat sich wirklich wer Gedanken gemacht. Es ist simpel und doch treffend. Es strahlt schon was Düsteres aus und lässt einen erahnen, dass komische Dinge in einem Wald passieren könnten. Dies Cover hat bei mir einen niedrigen Schmachtfaktor, aber ich finde es dennoch für die Geschichte einfach perfekt! Ein extra Hingucker ist natürlich der schwarze Schnitt der Ränder!

Fakten: 
Die Geschichte wird aus der Perspektive der intimen dritten Person erzählt. Meist geht es in Er-Form um Bastian, aber es gibt auch Kapitel in Sie-Form in denen es um Iris geht.

Meine Meinung:
Wenn man allein im Bett liegt und die - teilweise noch ungewohnten - Geräusche des eigenen Hauses einem schon ein wenig ängstlich machen und man sich wünscht, der Freund kommt gaaanz bald nach Hause und man kann sich dann ankuscheln und weiß, nun  kann  mir nix passieren - wenn man sich so fühlt, ist es wohl ein sehr gutes Zeichen, dass die gewünschte Stimmung eines Thrillers wie gewünscht rüberkommt.

Genau so ging es mir so manchmal mal, während ich Saeculum las.
Dabei beginnt es gar nicht so spektakulär. Wir lernen Bastian - einen jungen Medizinstudenten kennen - sehr nett, sehr symphatisch und aktuell ein klein bisschen verknallt in Sandra, einer Studentin, die er auf einen Mittelaltermarkt begleitet.

Dort wird Bastian mit der Echtrollenspiel-Truppe "Saeculum" bekannt gemacht und kann so mal ins Mittelalterleben reinschnuppern. Schon bald versucht Sandra ihn dazu zu überreden, sie auf die nächste Con zu begleiten - 5 Tage in einem Wald, weit weg in unberührter Natur. Sandra zuliebe stimmt er zu, doch schon bald geschehen seltsame Dinge im Wald, wie es Doro - eine Mitspielerin die von allen für verrückt gehalten wird, da sie an den Fluch glaubt, der über den Wald erzählt wird - vorausgesagt hat.

Du denkst, es ist eine harmlose Reise in die Vergangenheit, ein Spiel. 
Doch dann greift die Vergangenheit nach dir und gibt dich nicht mehr frei.

Und schon beginnt das Rätselraten.. wer könnte dahinter stecken? Weiß Iris mehr, als sie zugeben will? Oder ist es doch der Fluch?
Schon bald konnte mich das Buch wirklich fesseln, auch wenn mich die bedrückende Stimmung manchmal ganz schön gepackt hat und ich schockiert war, wie manipulierbar Menschen sind... was allein das Wissen über einen Fluch in Notsituationen in sonst so bodenständigen und realitätsbezogenen Menschen auslösen kann. Dabei wirkt das Buch die ganze Zeit völlig authentisch und es fühlte sich für mich an, als handelte das Buch von einer wahren Begebenheit.

Wie ihr wisst, kenne ich wirklich noch nicht viele Bücher dieser Art. Aber Saeculum ist ein Buch, dass mich wirklich neugierig macht für mehr. Ich hoffe, es liegt nicht nur an Ursula Poznanski und andere Thriller gefallen wir vielleicht dann nicht, aber dennoch bin ich jetzt umso gespannter auf Erebos, welches bei mir noch ungelesen im Regal steht.

Saeculum hat mich tatsächlich sehr gefesselt und es war für mich einfach ein PageTurner, da die Spannung permanent hoch war, man rumrätselte und unbedingt die Auflösung wissen wollte, auf der anderen Seite sich manchmal gar nicht ganz traute weiterzulesen - vor allem nicht, wenn es spät Abends schon ganz dunkel war und man allein im Haus hockte ;)

Es ist nicht so, dass das Buch total grausam war, es spritzt nicht ohne Ende Blut, es ist eher die Atmosphäre in die Ursula Poznanski einen Eintauchen lässt und dafür sorgt, dass einem so das ein oder andere Mal ein Schauer über den Rücken läuft. Sie lässt einen darüber nachdenken, wie man sich selbst wohl verhalten würde. Hier wird mit Urängsten gespielt.

Ich muss sagen, ich konnte einige der Charaktere nur bewundern, dafür, wie sie in einigen Situationen versuchten einen kühlen Kopf zu bewahren. Ich wäre für so einen Psychoterror sicher nicht gemacht und würde halb den Verstand verlieren. Mein einziger Minuspunkt ist das Ende bzw. die Auflösung. Wie bereits erwähnt bin ich nicht so Thriller-erfahren.. es gab erst ein Buch, bei dem ich ähnlich miträtselte und auf die Auflösung gespannt war... da ich nur diesen Vergleich hatte, ging meine Vermutung im letzten Teil von Saeculum wieder in diese Richtung.. und ich hatte damit recht. Das Ende konnte mich also leider trotz meiner Thriller-Unerfahrenheit nicht völlig überraschen. Und doch hatte ich bis dahin wirklich sehr viele unterhaltsame und spannende Stunden und würde dies Buch jederzeit absolut empfehlen!!!

Ob ich an einer Con im Wald mitmachen würde? Jetzt ganz sicher nicht mehr! ;)
Danke Frau Poznanski ;) Aber großartiger Thriller!!! Erebos wird nicht mehr lange auf dem SUB liegen.

Bewertung:

Buchtrailer

Über die Autorin:
Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Mit ihrer Familie lebt sie im Süden von Wien.

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Kommentare:

  1. Ich weiß, daß ich das Buch noch bekommen werde und nach Deiner Rezi freue ich mich noch mehr darauf!

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  2. Hallo,
    mir hat das Buch auch total gut gefallen. Für mich ist es eins der Bücher 2011. War bei Erebos auch so :O)
    LG Ela

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  3. Hallo, ich werde dieses Buch auch lesen bin schon total gespannt. Ich bin heute mit Erebos durch und muss sagen, ich hatte mir mehr davon erhofft! Es war zwar spannend aber geschaudert hats mich nie und ich fand das man sehr leicht darauf kommen kann worum es eigentlich geht. Also hoffe ich jetzt dass mich Saeculum mehr vom Hocker reisst!

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    1. Ach echt? Erebos war nicht so Deins? Mir gefiel Erebos ja besser als Saeculum.. allerdings hab ich auch nicht erwartet, mich bei den Büchern zu gruseln... wobei, doch, einmal hab ich mich bei Saeculum gegruselt ;) Bei Erebos nie.. dennoch fand ich Erebos besser.. lag mir mehr :)

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