Samstag, 22. Oktober 2011

[Rezension] "Die Königin der Unsterblichen" von Maria Dahvana Headley

Verlag Knaur TB

Seiten 528
ISBN 3426508931
Buchreihe? Ja, 1 von 3
Bewertung

Kurzfassung lt. Amazon
Kleopatra, Königin von Ägypten, ist verzweifelt: 
Octavian, der Heerführer Roms, steht mit seinen Truppen vor den Toren Alexandrias und droht die Stadt zu vernichten. Als dann auch noch Kleopatras große Liebe, ihr Ehemann Markus Antonius, Selbstmord begeht, ist die Königin wild entschlossen, weder ihre Liebe noch ihr Land aufzugeben. In einem uralten Ritual beschwört sie Sachmet, die altägyptische Göttin des Krieges, herauf. Mit ihrer Hilfe will sie Octavian besiegen und Markus Antonius vom Tod zurückholen. Doch die Anrufung Sachmets bringt keine Rettung, sondern verwandelt Kleopatra gegen ihren Willen in eine Kreatur der Dunkelheit. Daraufhin ist Kleopatra entschlossener denn je, Rache zu nehmen – an Octavian und an der Göttin.

Der erste Satz
Ich, Nikolaus von Damaskus, einst Philosoph eines Königs, einst Hauslehrer der Kinder einer Königin, einst Biograph eines Kaisers, lebe nun im Exil. 

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Das Cover:
Das Taschenbuch ist schön gestaltet und das Cover sehr passend und treffend ausgewählt. Während die Frau auf dem Cover matt gedruckt wurde, hebt sich die Schlange glänzend etwas ab und gibt dem Buch einen leichten 3D Effekt... absolut passend zum Inhalt des Buches. Gefiel mir gut!

Meine Meinung:
Es fällt mir alles andere als leicht, dieses Buch zu rezensieren, da ich das Gefühl hab, ein eigentlich gutes Buch zu verreissen, weil es einfach nicht "meins" war.
Ich habe unglaubliche 2 Wochen für dieses Buch gebraucht.. für mich eine wirklich wirklich lange Zeit, die schon daraufhin deutet, dass mir das Weiterlesen nicht leicht fiel und doch habe ich es bis zum Schluss gelesen.

Zunächst denkt man, Kleopatra wird zu einem Vampir, denn es dürstet sie permanent nach Blut, dem ist allerdings nicht so. Sie ist zu einer Unsterblichen geworden, in der die Göttin Sachmet lebt, die sie durch Stimmen in ihrem Kopf drängt, Blut zu trinken und zu töten. Sachmets Macht macht es möglich, dass Kleopatra selbst nicht mehr blutet und sich statt dessen nach belieben in eine Schlange oder einen Tiger verwandeln kann.

Die Tatsache, dass es sich hierbei um Kleopatra handelt, konnte ich gut wegblenden, so dass mich dies nicht störte. Ich merke dennoch sehr schnell, dass dies einfach nicht mein Buch wird. So schön Maria Dahvana die Geschichte auch beschrieben hat... sie hat es für mein Gefühl übertrieben. In dem Versuch jeden Hintergrund genau zu erklären, verliert sie sich und lässt einem die Geschichte langweilig werden.
Da steht Octavian in einem Raum....Ocatavian, der sich später in Augustus umbenennt und von da an nur noch so genannt werden will.... während er sich vor Angst halb in die Hose macht, nach außen aber versucht der mächtige Kaiser über die Welt zu mimen, verliert er sich ständig in Gedanken und man bekommt Einblicke darüber, wer wie mit dem zusammenhängt, wieso wie was passiert ist etc. 

So kommt es nicht selten vor, dass die eigentliche Handlung in der Gegenwart stehen bleibt und man über mehrere Seiten irgendwas erklärt bekommt, bis es dann endlich wieder weitergeht. Mir war das zu sehr gewollt. Auf der anderen Seite finde ich es schon beeindruckend, wie viel Mühe sich Maria gegeben hat und auch im Nachtrag erklärt sie über mehrere Seiten, woher sie welche geschichtliche, mythische und historische Informationen hat, welchen Lebenslauf sie ein wenig abgewandelt hat etc. Insofern meine Hochachtung, wie gut sie alles recherchiert hat und wie nah die Geschichte mit echten historischen Fakten verknüpft ist. Sie hat echte Personen der Historie mit Fantasy vermischt, mir aber dabei das Gefühl gegeben, sie hatte Angst, man könnte ihr irgendwas von dem Buch nicht abkaufen und so hat sie alles bis ins Detail erklärt, womit mir das Buch dann aber einfach zu langatmig wurde.

Es gab Phasen, da blickte ich nicht mehr ganz durch, ich muss aber auch zugeben, dass mein Interesse an der Geschichte Roms oder Ägypten jetzt nicht ganz so hoch ist. Wer sich dafür interessiert und zudem Fantasy mag, der wird mit diesem Buch eine wahre Perle erhalten und dem Buch mit Sicherheit die volle Punktzahl geben.

Wenn in dem Buch aber die Handlung voran schritt - und es passiert wirklich viel in dem Buch - dann fand ich es doch wieder spannend und war gefesselt. So kann ich es wirklich nicht als durchweg schlecht betrachten. Die Geschichte ist schon gut, doch für mich wäre in diesem Fall weniger = mehr gewesen.

Grandios ist dafür das Finale. Das würde ich gerne mal verfilmt sehen... .die große Schlacht ist schon sehr fantasievoll und gab dem Buch doch einen tollen Abschluss. An tiefe der Charaktere mangelt es auch wirklich nicht, denn wenn es Phasen gab, wo ein Charakter etwas fühlte... so zum Beispiel, dass Kleopatra nicht aufgeben durfte... sie musste für ihre Kinder stark sein, sie dürfte jetzt nicht zusammenbrechen. So wurde es nicht in 2 Sätzen sondern eher in 2 Seiten beschrieben, wie sie nun ihre Kraft sammelt und beschliesst ihre neue Macht zu nutzen. Puh.

So fand ich eigentlich die Thematik sehr interessant und Maria Dahvana hat eine unglaubliche Fantasie und Begabung Historie, Mythologie & Fantasy miteinander zu vermischen. Sie muss eine unglaubliche Zeit nur für die Recherchen gebraucht haben, was der Nachsatz auch deutlich macht, doch mir hat sie sich zu oft verloren und das Buch phasenweise zu langweilig und langatmig werden lassen, so dass ich ständig mein Interesse daran verlor das Buch weiterzulesen. Stellenweise wurde es auch sehr brutal und blutig.

Meins war es einfach nicht, aber ich kann nur wiederholen, wer sich für so eine Mischung interessiert, dem werden die erklärenden Passagen sicherlich nicht zuviel werden und der wird in dem Buch einen wahren Schatz entdecken. Ich habe allerdings festgestellt, dass historische Fantasieromane (wenn es denn nicht die Highland-Saga von Diana Gabaldon ist ;))..) nichts für mich ist, so dass ich den Rest der Trilogie wohl nicht lesen werde. Schade.

Bewertung:

Buchtrailer


Über den/die Autor/in:
Maria Dahvana Headley veröffentlichte bereits mehrere Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien. Sie lebt mit ihrem Ehemann, dem Dramatiker Robert Schenkkan, in Seattle. "Die Königin der Unsterblichen" ist ihr erster Roman. 


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