Dienstag, 25. Oktober 2011

[Rezension] "Delirium" von Lauren Oliver

Verlag: Carlsen Verlag
Seiten: 416
ISBN: 3551582327
Buchreihe: Ja, 1 von 3
Erscheinungsdatum: bereits erschienen
Bewertung: 5 von 5 Punkte
Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.

Der erste Satz
Es ist jetzt vierundsechzig Jahre her, dass der Präsident und das Konsortium die Liebe als Krankheit identifiziert haben, und vor dreiundvierzig Jahren haben die Wissenschaftler ein Heilmittel dagegen entwickelt.

Zur Leseprobe:  HIER KLICKEN

Das Cover:
Ich kann nicht sagen, dass ich ein Riesenfan von dem Cover bin. Es ist irgendwie schön, aber es ruft in mir keine Begeisterungssprünge hervor. Vielleicht, weil ich das der englischen Ausgabe interessanter fand?! Was meint ihr?
Dennoch ist es schön.. aber schöner noch finde ich das Buch unter dem Cover, da es keine gewöhnliche gebundene Ausgabe ist. Das Buch hat so einen Metallic-Look-Effekt und sieht dadurch in diesem Weinrot einfach nur genial aus!

Meine Meinung:

Ich hatte am Ende ziemlich viele Tränen in den Augen!

Warum jetzt genau - weil das Ende so wunderschön war oder so unfassbar traurig - das verrate ich natürlich nicht! Sondern nur, dass mich das Ende wirklich zum weinen gebracht hat.

Bis dahin war es ein langer - nein.. eigentlich ein viel zu kurzer Weg. Das Buch konnte ich innerhalb von 3 kurzen Abenden auslesen und es ging auch nicht anders. Ich musste immer weiterlesen! 

Lauren Oliver hat eine Begabung, dass man sich in ihre Bücher sehr schnell "heimisch" fühlt, auch wenn es hier um eine Dystopie geht. Trotz der Tatsache, dass diese Geschichte in einer Zukunft spielt, in einer Welt, in der Liebe als Krankheit angesehen wird (Ich mag die Bezeichnung der "Krankheit" irgendwie...  "Amor Deliria Nervosa".. ), in der es heißt "Liebe ist heilbar...".. "Liebe tötet", hatte ich keinerlei Probleme, diese Dystopie als "real" anzusehen. Auf mich wirkt die Geschichte schlüssig, kein bisschen übertrieben und sehr durchdacht. 

Dazu kommt, dass Lena, die Hauptfigur des Buches, es mir auch sehr leicht gemacht hat sie zu mögen. Ebenso wie einige Nebenfiguren - wie die stumme Grace, ihre beste Freundin Hana und dann natürlich - Alex. 

Ja, sicher, es ist wieder eine Dystopie mit einem romantischen Hintergrund. Mädchen verliebt sich in Jungen, was aus irgendwelchen Gründen annormal/gefährlich/unerwünscht ist. Und dennoch konnte Lauren Oliver mich mit dem Buch komplett in ihren Bann ziehen. Sie hat mit Alex eine Figur geschaffen, von der man nur nach und nach etwas mehr erfährt, aber eine Figur, die ich doch ein wenig anschmachten konnte. Eine süße Liebesgeschichte, die für mein Empfinden genau das richtige Mittelmaß zwischen "zu platonisch" und "zu kitschig" gefunden hat. 

Lauren Oliver meets "Die Frauen von Stepford". An den Film musste ich teilweise denken, da mir die "geheilten" Bewohner von Lenas Stadt vorkamen wie die Frauen von Stepford.. unnatürlich glücklich und unglaublich emotionslos.... zu perfekt. Dazu fand ich ein paar kleine Parallelen zu anderen Dystopien wie z.B. Neva. Und dennoch konnte es mich überzeugen. Man merkt einfach, dass Delirium kein Abklatsch oder ein Best-of der letzten Dystopien ist. Lauren hat sich wirklich wahnsinnig viele Gedanken um die Geschichte gemacht..(Wie würde man die Ungeheilten kontrollieren... welche Regeln gibt es.. etc.) darüber, wie die Welt sich entwickeln würde, wenn die Menschen nicht mehr lieben könnten. 
Im Bericht meiner Lesung (siehe HIER) hatte ich bereits davon berichtet, dass sie sich richtige Regeln, Sagen, Gedichte, Reime etc. ausgedacht hat, die in dieser Zukunft existieren. 

Zudem konnte mich das Buch doch mit ein paar Wendungen überraschen. Es gab da eine Sache von der Lena später erfährt, auf die ich nicht gekommen war und sowas mag ich. Bücher, bei denen ich nicht die ganze Zeit denke: hab ich geahnt.. hab ich auch geahnt.. 
sondern bei denen ich das Buch runterklappe und denke : Hähhhhh?? Was??? Ohhaaaa!!!
Und ja, diesen Moment hatte ich dann noch einmal. Bis dies geschah durchlebte ich aber noch Szenen, in denen mein Puls schneller schlug und ich ganz hibbelig beim lesen wurde, denn die Action im Buch riss mich einfach mit. Auch wenn das Buch sonst eher ruhig ist, gibt es doch einige echt spannende Szenen.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass ich noch mehr von Lena lesen darf, denn "Delirium" ist - mal wieder - der Auftakt zu einer Trilogie und dennoch ist das Buch halbwegs in sich abgeschlossen.
Natürlich hat das Buch schon eine Art Cliffhanger, aber meiner Meinung nach nicht so gemein, dass ich die Fortsetzung jetzt gar nicht mehr erwarten kann. Vielmehr muss ich Teil 1 erst einmal in Ruhe verarbeiten....es regt zum nachdenken an...  

.. und außerdem das Ende... *schluchz* !!!!! 

War es so ein "Wunderschön-Schluchz" oder so ein  "Furchtbar-Schluchz" ? Lest selbst ;)
Ich finde, es lohnt sich! Und ich werde definitiv die Fortsetzung lesen wollen.

Lauren Oliver hat für mich einen tollen Roman erschaffen, der alles hatte, was ich brauche.. 
Tolle Charaktere, eine super Story mit unerwarteten Wendungen, ein wenig zum Schmachten, ein wenig zum Mitfiebern, Spannung.. Liebe... und das trotz Dystopie so verpackt, dass es einen nicht absurd vorkommt, da plausibel erklärt.

Ich war sehr glücklich, dass ich das letzte Exemplar auf der Frankfurter Buchmesse erwischt hatte und habe es nicht bereut. 5 Punkte!! 

Aber ich will über das Ende reden und darf nicht.. mhuaaaa!!!! 

Bewertung:


Buchtrailer 


Über den/die Autor/in:



Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Sie hat Philosophie und Literatur studiert und kurz bei einem Verlag in New York gearbeitet. Dort bestand ihr Beitrag hauptsächlich darin, die Kleiderordnung zu missachten und immer wieder den Drucker kaputt zu machen. Lauren Oliver lebt in Brooklyn. Nach "Wenn du stirbst ..." erscheint nun ihr zweiter Roman bei Carlsen.


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Kommentare:

  1. Uahh, das mit den Tränen hat Reni auch gesagt. Dann isses total meins! Freu mich schon!!!
    Drück!

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  2. Hach... ich darf nicht spoilern...ich darf nichts sagen... ahhh.. *mund zuhalte*

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  3. Ja genau, dass mit den Tränen wollt ich auch gerade schreiben - Damaris war schneller. :)

    Mich hat das Buch heute noch beschäftigt und ich bin echt gerührt von dem eindringlichen Sprachstil. Das ist genau das, was ich bei "Die Auswahl: Casia und Ky" vermisst habe. Denn in mancher Hinsicht scheinen sie sich zu ähneln.

    An "Die Frauen von Stepford" musste ich gelegentlich auch denken, stärker aber noch an den Film "Equilibrium" mit Christian Bale - hier dürfen die Menschen ebenfalls keine Empfindungen zeigen, sonst werden sie getötet/gejagt. Kann ich ebenfalls empfehlen.

    LG Reni

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  4. Oh man, Damaris hatte ja auch bei Ruht das Licht geweint... oder viele bei "Sieben Minuten nach Mitternacht"... ich dachte schon, ich hätte meine Gefühle verloren, weil mich beide Bücher zwar berührten, ich aber nicht weinen musste... aber bei Delirium.. wahhhh... !!!
    Die Auswahl oder Equilibrium kenne ich beides nicht.. dabei klingt Christian Bale ja schonmal gar nicht verkehrt ;) Danke für den Tipp :)
    Ich hab auch vorhin versucht schon das nächste Buch anzufangen.. keine Chance.. bin noch bei Delirium....

    lg :)

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  5. Tolle Rezi, die macht auf jeden Fall neugierig.

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  6. Willkommen im Club! Also bei Büchern bleiben meine Augen sehr oft trocken, u. a. auch bei "Nach dem Sommer" oder den Büchern bei denen Damaris oft weinen muss - so als Beispiel. Aber hier. Bei der Schlussszene (hach war das traurig und schön zugleich) kamen mir echt die Tränen. Ich dachte immer nur NEIN! Echt fies, dass man jetzt solange warten muss. Ich bin schon gespannt, was Lauren draus machen wird. Jetzt bereue ich richtig, nicht bei der Lesung gewesen zu sein. Aber dein Bericht ist da wenigstens ein kleiner Trost. :) ... und Equilibrium kann ich wirklich nur empfehlen.

    LG Reni

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  7. Naja, sie sagte ja, Teil 1 ist schon sehr persönlich.. Teil 2 ... da gehts mehr um die Gemeinschaft, Teil 3 eher global.
    Man könnte jetzt vermuten.. In Teil 1 ging es ja fast nur um Lena & Alex.. in Teil 2 wirds wohl um alle Bewohner der Stadt gehen und Teil 3 dann der Rest der Welt.. vermute ich mal. Und ja.. traurig und schön zugleich, aber.. ahhhh... menno... ich brauche eine Spoilerfunktion in den Kommentaren! ;)

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  8. Oooooooh Nica, schon wieder hüpft ein Buch, das du rezensierst, auf meine Wunschliste. Danke dafür!
    Ich bin nun wirklich sehr sehr sehr auf das Ende gespannt. Wenn es dich zum Weinen gebracht hat, hat es auf jeden Fall eine besondere Magie.

    Fühl dich gedrückt!

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  9. Hach, eine wunderschöne Rezension zu einem wirklich besonderen Buch!! Ich hatte zwar anfangs meine Schwierigkeiten mit dem Buch (was ich im nachhinein zwar auch nicht mehr verstehe :D), aber ab einem gewissen Punkt war es echt faszinierend. Und auch diese unerwartete Wendung und das Ende *seuuufz*Tränchen wegwisch*

    Ich kann Dir einfach nur in allen Punkten zustimmen ;)

    LG
    Monika

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  10. Deine Rezension ist sehr schön geschrieben. Macht sofort neugierig und hat mich auch dazu gebracht das Buch auf meine Wunschliste zu setzen. Wenn du so oft weinen musstest, dann scheint es ja etwas besonderes zu sein.

    Liebe Grüße, Diti

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  11. @Anka: Oder es ist besonders traurig oder besonders schön.. oder einfach beides! ;) Ich darf ja nicht spoilern, ob es mein kleines Nica-Herzchen glücklich gemacht hat.. ahh..

    @Buchtastisch: Dankeschön!! :D Du hattest auch nicht damit gerechnet, was sie da erfährt, gell? Gut, das beruhigt mich ein wenig ;) *lach* ich dachte, vllt. war auch ich nur so baff und alle anderen haben was geahnt? hmm...

    @Diti: Eigentlich musste ich nur zum Ende hin weinen...aber das will bei mir - glaub ich - was heissen.. es ist jetzt nicht DAS Werk unter den Dystopien.. sie ähneln sich ja doch alle ein wenig, finde ich.. aber eines der Besten, meiner Meinung nach :)

    Liebe Grüße an Euch alle :D

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  12. wow die rezi hört sich echt gut an. und schon wieder wandert ein buch auf meine wunschliste... ;)

    liebe grüße

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  13. Eigentlich sind Dystopien ja nicht so mein Fall aber nachdem ich jetzt schon so viele positive Rezis gelesen habe, komme ich doch in Versuchung... :)

    LG Fina

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  14. Hi Fina :)

    probiere es einfach mal.. ich glaube, wenn Dir DAS Buch nicht gefällt, dann weißt Du wirklich, Dystopien sind so gar nichts für dich..aber ich denke eher, vllt. macht es dich doch noch zum Dystopien-Fan?!?! :)

    lg zurück :)

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  15. Wahrscheinlich bin ich nur skeptisch, weil ich von "Die Auswahl" und dem letzten Teil von "Panem" etwas enttäuscht war...
    Ich werde Dystopien wohl noch mal eine Chance geben. "Delirium" steht jetzt auf meinem Wunschzettel :)

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  16. Huhu Nica,

    nein, Du bist nicht die Einzige, die über diese "Wendung" überrascht war :) Und ich finde es immer ganz toll, wenn Autoren einen so überraschen können (manchmal neige ich iwie die Dinge recht zu schnell zu durchschauen - aber das war hier nicht so und das hab ich sehr gemocht!).

    GLG
    Monika

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