Dienstag, 4. Oktober 2011

[Rezension] Das verbotene Eden - David und Juna von Thomas Thiemeyer

Verlag PAN

Seiten 464
ISBN 3426283603
Buchreihe? Ja, Teil 1 von 3
Bewertung

Kurzfassung lt. Amazon
Männer und Frauen. Feuer und Wasser. David und Juna. Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen. Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer …

Der erste Satz
Der Schecke keuchte und schwitzte.

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Das Cover:
Ich mag Bücher mit Personen auf dem Cover...allerdings nur, wenn die Personen auch passen. Nicht verstehen kann ich, wenn die Hauptfigur im Buch z.B. blond ist, auf dem Cover aber ein brünettes Mädel abgebildet ist. In diesem Fall passt es einfach perfekt!! Zwar sehen die Figuren in meinem Kopf doch noch immer ein wenig anders aus, aber wer Hilfe bei der Vorstellung braucht, der kann wirklich die Figuren auf dem Cover nehmen. So passt es einfach 100% zur Geschichte.

Unter der Schutzhülle ist es dafür eher etwas langweiliger gehalten. 
Leider hat die gebundene Ausgabe kein Leseband... sehr schade.

Meine Meinung:
Interessant, dass ein Buch in dem Jahr 2080 spielt und dennoch hat man das Gefühl, es wäre im Mittelalter. Die Menschen sind zu Pferd unterwegs, nur selten gibt es mal ein paar Autos und Motorräder. Hört man 2080, stelle ich mir automatisch eine futuristische Zukunft vor... mit High-Tech Geräten, fliegenden Fahrzeugen etc.
Dass es nicht so ist, hat mich sehr überrascht, obwohl ich eigentlich kein Fan von Büchern bin, in dem die Protagonisten ewig zu Pferd reisen oder lange Märsche hinter sich bringen und diese auch in aller Ausführlichkeit beschrieben werden.

Vielleicht machte mir dies Mittelalter-Feeling den Anfang sehr schwer. Auf der einen Seite finde ich die Idee der Geschichte ganz hervorragend, auf der anderen Seite hatte ich aber immer so ein "Ahh.. Mittelalter" Gedanken im Kopf und der sorgte dafür, dass mich die Geschichte zunächst so gar nicht packen konnte, trotz eines wahren Gemetzels gleich zu Beginn der Story. Man merkt gleich am Anfang, wer ein aktionreiches und spannungsgeladenes Buch sucht, hat sich bei diesem Buch richtig entschieden. Aber ich habe gute 4 Tage auf den ersten Seiten rumgedümpelt und es konnte mich nicht so ganz fesseln. 
Einzig kleine Bemerkungen wie, "sie reiten an einem alten Geschäft mit einem gelben "M" oder einem mit der Aufschrift "Kaufland" vorbei", ließ mich wieder daran erinnern, dass das Buch ursprünglich in der Zukunft spielt und entlockte mir ein Grinsen.

Ich war schon geneigt, mich zu fragen, wieso das Buch solch gute Bewertungen einheimst... konnte es mich doch so gar nicht packen.
Die Passagen, in denen Männer die Vorstellung, jemand könnte was mit einer Frau haben, als pervers und widernatürlich empfanden, fand ich eigentlich wieder recht amüsant... aber.. ja.. da war es wieder dieses "Ich bin nicht gepackt vom Buch.. aber die Idee ist so toll.. ich lese mal weiter"

Denn irgendwann passierte es. Spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem David und Juna sich dann begegnen.
Vielleicht bin ich einfach eine hoffnungslose Romantikerin und brauchte einfach diese kleine Liebesstory, um mich zu fesseln. Ab da hatte mich das Buch auf einmal und zack, war ich voll in der Geschichte und musste immer weiterlesen.

Ich finde, man merkt der Geschichte schon an, dass es aus männlicher Feder stammt. Es ist weniger ausgeschmückt und Detail verliebter als manche andere Bücher beschrieben, doch das werte ich nicht negativ. Im Gegenteil, die Spannung der Geschichte und auch die Spannungen zwischen den Protagonisten kam hervorragend rüber. Es war gerade genug detailliert, dass meine Fantasie nicht mehr viel Hilfe brauchte und einfach beschrieben, dass es sich dann auch recht zügig lesen lies. Die Geschichte ist wieder - juhu - aus verschiedenen Sichten geschrieben. Nahezu abwechselnd aus der von Juna oder David. *i like*

Das Buch hat alles, was eine spannende Dystopie braucht. Eine grandiose Idee einer schrecklichen Zukunft, eine Liebesgeschichte, einen Bösewicht und seine Lakaien, Action, Spannung und Romantik. 

"Das verbotene Eden - David und Juna" ist der tolle Auftakt einer ideenreichen Dystopie. Es ist irgendwie anders, aber im positiven Sinne. Trotz schweren Einstiegs (was aber offenbar nur mir so ging.. ich hab sonst nicht gelesen, dass andere auch soviel Zeit gebraucht haben, um von der Story gepackt zu werden) haben mich dann vor allem die unterschiedlichen Charaktere überzeugt, denen es nicht an Tiefgang fehlt.

Auch hier ist es ein wenig verkehrte Welt... Juna, die starke tapfere Kriegerin und David, der ruhige, sensible Mann. Beide in einer Zukunftsvision, in der nur gleichgeschlechtliche Beziehungen akzeptiert werden. 
Man sollte meinen, man findet die Geschichte seltsam, doch ist diese Dystopie wirklich realistisch beschrieben und man kann nur hoffen, dass "die dunklen Jahre" nie in unserer Zukunft eintreten werden.

Toller Auftakt einer einfallsreichen Dystopie... ich freu mich auf die Fortsetzung "Das verbotene Eden - Logan und Gwen"

Bewertung:

Buchtrailer

Über den Autor:
Thomas Thiemeyer wurde am 22. März 1963 in Köln geboren, wo er später Kunst und Geologie studierte. Danach arbeitete er als graphischer Berater im Ravensburger Buchverlag. Seit 1989 ist er freiberuflicher Illustrator. Er wurde bereits mehrfach mit dem Kurd Laßwitz Preis für die beste Umschlagillustration ausgezeichnet. Seit 2000 ist er zudem als Schriftsteller tätig. 2004 erschien sein erster Roman „Medusa“. Thomas Thiemeyer lebt heute mit seiner Familie in Stuttgart.

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1 Kommentar:

  1. Hihi, jetzt rückt es auf meiner WL noch weiter nach oben :)

    Drück, Anka

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