Samstag, 30. Juli 2011

[Rezension] Von Kastanien und Knochen von Daniel Mosmann

Verlag Monsenstein und Vannerdat

Seiten 249
ISBN 3865827659
Buchreihe? Nein
Bewertung

Kurzfassung lt. Amazon
Wieso verschwinden immer wieder Menschen in einem kleinen Waldstück? An welches grausige Ereignis erinnert das groteske Mahnmal auf einem Dorfplatz? Welches schreckliche Kindheitserlebnis kehrt ganz allmählich in Philippes Erinnerung zurück? Weshalb verlässt die junge Frau ihr Haus nur an Regentagen? Kann ein Priester den teuflischen Jungen aufhalten, der furchtbares Unheil über das Dorf zu bringen droht? Wer wildert auf so bestialische Weise in der Schafherde, oben auf der Alm? Das treibt einen Mann immerzu auf das Dach eines Hauses? Warum lebt Sebastian, obwohl er tot sein müsste? Wohin sind die Passagiere eines Nachtzuges so plötzlich verschwunden? Kann der Kommissar die Bewohner eines abgelegenen Hauses noch rechtzeitig vor einem grausamen Mörder warnen und warum beobachtet die unheimliche Frau immerzu die Kinder, die bei den Kastanienbäumen am Friedhof spielen? Schaurig-schöner, atmosphärisch erzählter Edel-Horror mit vielen bösen Überraschungen. Für alle, die ohnehin nicht gut schlafen!

Zur Leseprobe: KLICK HIER (auf dieser Seite sieht man zu jeder Geschichte das tolle Cover und eine kurze Leseprobe!

Das Cover:
Das Cover ist passend zur letzten Geschichte, aber da jede Geschichte ein tolles und passendes Titelbild hat, gibt es gleich 11 richtig schöne Cover! .. okay.. eines ist Eklig ;) Aber die Anderen gefielen mir sehr gut und passen immer großartig zur Geschichte!

Meine Meinung:

Ich kann nur wiederholen, dass ich KEINE Expertin für Horrorgeschichten bin.. mir fehlt jegliche Vergleichsmöglichkeit. Ich habe mich auch schon gefragt, wie Herr Mosmann auf die Idee kam, gerade MIR das Buch zu schicken? ;) Wo ich doch bisher nur „fröhliche“ Bücher – meist Fantasie – rezensiere und meine Seite fröhlich Blau mit Schmetterlingen ist. Kein Zeichen dafür, dass ich ein Horrorgeschichten-Fan bin. Doch man soll ja seinen Horizont erweitern und wenn ich die Ehre habe, ein Buch direkt von einem Autor zu erhalten, mache ich gern die Freude, das Buch auch wirklich zu lesen… selbst wenn es zunächst gar nicht „meinem Geschmack“ entspricht.

In diesem Fall hab ich es nicht bereut!!

Das ganze Buch ist faszinierend Abwechslungsreich. Keine Geschichte gleicht der Nächsten und so war ich doch immer neugierig, womit ich in der nächsten Geschichte
überrascht werde. Einige sind in einem fast poetischen, detailreichem Schreibstil verfasst… andere wiederum fließen leicht dahin und lassen sich wunderbar einfach lesen.
Manche der Geschichten üben eine merkwürdige Faszination aus.. wie zum Beispiel „Das biologische Wunder Fleisch“. Ich fand diese Kurzgeschichte einfach ziemlich widerlich und ekelhaft.
Sie ist seeeeeehr detailiert und viele unschöne Wörter finden ihren Platz darin.. und doch wirken die Beschreibungen nicht übertrieben und die Idee hinter der Geschichte ist einfach genial, so dass ich die Geschichte auf der einen Seite so gar nicht mochte, auf der anderen Seite aber dachte: Wow… wie kommt man auf so eine Idee? Beeindruckend.
Noch genialer, als ich entdeckte, dass eine weitere Kurzgeschichte im Buch eine Art Fortsetzung zu dieser Geschichte enthält.
Andere Geschichten mochte ich sofort.. sie waren von einer melancholischen Traurigkeit, bei der man sofort mitfühlt. Auf ihre Art wunderschön, wie zum Beispiel „Regentage“.
Und gerade wenn man diese beiden Beispiele vergleicht, kann man kaum glauben, dass sie auch der gleichen Feder stammen.. sind sie doch derart unterschiedlich und man erkennt, was für ein Talent Daniel Mosmann hat. Er ist in der Lage so viele wundervolle, wie auch grausame Geschichten zu erzählen. Mal bekommt man den Horror eiskalt und direkt serviert… dann wiederrum versteckt er sich und ist erst erkennbar, wenn man eine Weile darüber nachdenkt….manchmal auch, wenn man die Geschichte in seinem Kopf weiterspinnt, was sicherlich so gewollt ist.

Selbst wenn man kein Fan dieses Horror-Genre ist: die Geschichten sind alle so komplett unterschiedlich und keiner gleicht der vorherigen, dass man einfach schon aus reiner Neugierde immer weiter liest und gar nicht auf die Idee kommt, das Buch nicht zu Ende lesen zu wollen.

Geschichten, die einem – so kurz sie manchmal auch sind – umso länger im Gedächtniss bleiben.
Kennt ihr die Serie X-Faktor mit Jonathan Frakes, wo er am Ende einer mysteriösen Geschichte wissen will, ob man die Geschichte für wahr oder erfunden hält? Manche
Der Geschichten kann ich mir in X-Faktor vorstellen :) (nicht als Beleidigung gemeint!)

Abschließend kann ich sagen, dass ich nun kein Horrorfan werde.. das bin einfach nicht ich. Auf der anderen Seite, haben mir gerade die Geschichten gefallen, wo es nicht so direkt gruselig wurde, sondern sich der Horror „versteckte“ hinter schönen Worten.. Gerade „Gesellschaft im Moor“ und „Regentage“… gefielen mir hervorragend. „Im Zug der Zeit“: Genial! Andere waren mir doch ein wenig zu heftig..zu eklig für meine bildliche Vorstellungsgabe, aber ich bin es auch nicht gewohnt und sie haben das erreicht, was sie sollten… dass es mich gruselt… und doch musste ich weiterlesen.

Die Geschichten haben eine perfekte Länge, um sie als „Ich lese noch ein halbes Stündchen vorm Schlafen gehen“ zu nutzen – auch wenn ich es schnell hab bleiben lassen und sie lieber am Tag gelesen hab (nachdem ich in der ersten Nacht nach der ersten Geschichte gleich von Moorgeistern geträumt hab). Wie gesagt, mir fehlen die Vergleiche aus diesem Genre, aber ich fühlte mich absolut super unterhalten und Ekel, Faszination, Grusel, Horror, aber auch mal ein Auflachen oder ein melancholisches Aufseufzen wechselten sich bei mir ab.

Daher kann ich auch nur die volle Punktzahl geben und mich noch einmal für die Zusendung bedanken! Die volle Punktzahl ist ernst gemeint und nicht beschönigt, nur weil ich das Buch zur Rezension erhielt. Hätte ich das Buch schrecklich gefunden, hätte ich die Rezension abgelehnt... aber das war nicht nötig... Schaurig-Schönes Buch :)

Bewertung:
Über den/die Autor/in:
Der Autor Daniel Mosmann, in der Region auch bekannt unter seinem Künstlernamen Jones, veröffentlicht mit "Von Kastanien und Knochen" sein Erstlingswerk mit schaurig-schönen Gruselgeschichten.
Bereits seit über 15 Jahren ist Jones als Künstler tätig und trat bisher mit seinen technisch vielseitigen, abstrakt-melancholischen Gemälden an die Öffentlichkeit.
Seit mehreren Jahren entstehen viele seiner Gemälde aufgrund selbst verfasster, poetischer Gedichte, die teils auch in literarischen Magazinen veröffentlicht wurden.
Das aufwändig gestaltete Taschenbuch entstand über mehrere Jahre intensiven literarischen Schaffens.


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