Dienstag, 29. März 2011

[Rezension] Das Affenhaus von Sara Gruen

Verlag Kindler Verlag

Seiten 416
ISBN 9783463406022
Buchreihe? nein
Bewertung

Kurzfassung lt. Amazon
Isabel Duncan ist Wissenschaftlerin an einem Institut für Menschenaffen. Sie arbeitet mit Bonobos, einer Schimpansenart, die eine große Begabung für Sprache besitzt. Menschen bleiben Isabel oft ein Rätsel. Wohler als unter ihresgleichen fühlt sie sich bei den ihr anvertrauten Affen. Als eines Tages im Institut eine Bombe explodiert, wird Isabel schwer verletzt. Die Affen flüchten in Panik. Eine dramatische Suche beginnt ...
Über den Autor
Die gebürtige Kanadierin Sara Gruen zog es zunächst aus beruflichen Gründen in die USA. Als sie dort den Job verlor, begann sie zu schreiben. Ihr dritter Roman, „Wasser für die Elefanten“, wurde einer der größten Überraschungs-Bestseller des Jahrzehnts. Sara Gruen lebt zusammen mit ihrem Mann, drei Kindern, zwei 
Pferden, zwei Hunden, vier Katzen und einer Ziege in der Nähe von Chicago.


Der erste Satz:
Das Flugzeug war noch nicht in der Luft, als Osgood, der Fotograf, schon leise schnarchte.
Meine Meinung
Großartig ist gleich das Vorwort:

Give orange give me
eat orange me eat orange give
me eat orange give me you 
- Nim Chimpsky 1970


Gimme gimme more,
gimme more,
gimme gimme gimme more
- Britney Spears, 2007


Für dies Buch hatte ich mich bei vorablesen.de beworben, da mir die Leseprobe so sehr gefallen hatte und ich das Buch unbedingt lesen musste.
Da mir "Wasser für die Elefanten" schon von Sara Gruen so gut gefiel, hab ich mich wirklich unglaublich auf dies Buch gefreut.

Ich muss sagen, das Buch war dann doch ganz anders, als ich es durch die ersten Kapitel erwartet hätte.
Ich weiß nicht wieso, irgendwie hab ich vermutet, die Bonobos streifen jetzt allein durch die Natur.. diese Freiheit aber gar nicht gewohnt und die Wissenschaftlerin fährt nun durch die Gegend, auf der Suche nach den Affen... findet vielleicht nicht alle, aber weiß, wie sehr die Zeit drängt, da eine der Bonobos trächtig ist.
Unterstützt wird sie bei der Suche von John, dem Reporter.. während sie sich bei der Suche näher kommen.

So lief es im Buch nicht ab.

Ich möchte gar nicht viel verraten, von dem, was passiert.. die kurze Zusammenfassung oben erklärt das Wichtigste und was dann mit den Affen geschieht, muss man einfach selber lesen.
Auf jedenfall war ich teilweise sehr geschockt.. wissend, dass nicht alles aus dem Buch aus den Fingern gezogen war.
Der Schreibstil gefiel mir wieder sehr gut, hatte ich aber durch "Wasser für die Elefanten" nicht anders erwartet.
Bei der Leseprobe war ich sehr ergriffen von der Tatsache, dass es eine mir bis dahin unbekannte Affenart gibt, die ASL - eine Zeichensprache - beherrscht und ich fand die Szene süß, wie Bonzi - eine Bonobo-Dame - sich so sehr über Schokolinsen freute, dass sie den Schenker küssen wollte. Und so freute ich mich darüber, sehr sehr viel über diese Affen zu lesen.

Im Vordergrund steht in dem Buch doch allerdings mehr die Suche von Isabel Duncan nach den Affen und was mit John und seiner Frau Amanda geschieht. Wobei die Charaktere wirklich sehr gut herausgearbeitet und damit alles andere als oberflächlich sind. Es geht darum, wie John seinen Job verliert und versucht, doch wieder an die Affenstory zu kommen.. wie seine Ehefrau Amanda - wenig erfolgreiche Buchautorin - versucht, eine neue Kariere als Serienautorin in L.A. zu starten und in die Welt von Hollywood samt ihren Schönheitswahn gerät.

Ich hätte mir persönlich viel viel mehr Text über die Affen gewünscht. Dafür gab es Passagen, von denen ich dachte, wozu sind die jetzt unbedingt im Buch? Damit meine ich z.B. das Crystal-Restaurant... der DNA-Test etc.. für mich wirkte das ein wenig nach Verlängerung der Story. Schade, diese Seiten hätte ich gerne mit mehr Berichten über die Bonobos gehabt.

Dennoch hat mich das Buch sehr berührt und auf jedenfall gefesselt. Hier gibt es kein langes Vorgeplänkel.. man ist sofort in der Geschichte gefangen und man fiebert auch mit, was mit den Bonobos passiert ist. Man fühlt mit Isabel, die so sehr leidet und für die die Affen ihre Familie sind.. man wünscht sich so sehr ein Happy End!

Auch wenn mir einige Szenen nicht so gut gefielen, wirkt die ganze Geschichte aber einfach so authentisch, dass man immer weiterlesen muss und auch unbedingt wissen will, wie das Buch ausgeht.
"Das Affenhaus" geht ans Herz und ich war nie versucht, es aus der Hand zu legen.. und meine Neugierde, mehr über Bonobos zu erfahren und zu lesen, ist geweckt ... und ich beneide Sara Gruen für die Erfahrung, wirklich mit den Bonobos GESPROCHEN zu haben.

Ein sehr sehr schönes Buch.. sehr empfehlenswert!

Bewertung:

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