Freitag, 25. Februar 2011

[Rezension] Portal des Vergessens von Stephan R. Bellem

Verlag Otherworld Verlag

Seiten 285
ISBN 3800095335
Buchreihe? nein
Bewertung

Kurzfassung lt. Amazon
Vryn träumt davon, endlich dreizehn zu werden, ansonsten hat er sich über sein Leben noch nicht viele Gedanken gemacht. Sein Bruder Vorlokk hingegen möchte ein großer Krieger werden, doch als Erstgeborener muss er den Hof seines Vaters übernehmen. Als die Brüder erfahren, dass einer von ihnen der prophezeite König von Melaras ist, stellt das ihr Leben auf den Kopf. 
Der Geschichtsstudent Peter hat wiederkehrende Albträume voller Blut, Verrat und Mord. Über diese Träume spricht er nur mit seiner Psychologin. Was er nicht ahnt, ist, dass die Träume ihn auf den größten Kampf seines Lebens vorbereiten und eine tödliche Verbindung zu dem Bruderzwist in Melaras haben.

Über den Autor
Stephan R. Bellem wurde 1981 in Heidelberg geboren, wo er seit geraumer Zeit das pulsierende Leben der Universitätsstadt genießt. Nach dem Abitur schloss er zunächst eine Lehre als Bankkaufmann ab, kehrte der Finanzwelt dann allerdings den Rücken, um Soziologie zu studieren. Die freiere Zeiteinteilung des Studiums erlaubt es ihm, sich stärker auf das Schreiben zu konzentrieren.
Zur Schriftstellerei kam er mit dreizehn Jahren - zunächst in Form von kurzen Texten für Rollenspiele oder Kurzgeschichten.


Meine Meinung
Als Erstes muss ich sagen, das Cover gefällt mir total gut. Man sieht es auf dem Bild nicht, aber die Schrift von "Portal des Vergessens" ist geprägt, d.h. man kann sie fühlen und das gibt dem Buch auch wieder was edles und ich hab mich wirklich sehr auf dies Buch gefreut!


Aber dann kam der Prolog:
Ich dachte mir erst.. whuaaa.. hoffentlich geht es im Buch nicht die ganze Zeit so weiter.. denn die Anfänge der Sätze... naja... Beispiel:


1. Satz = Grelle Blitze... (okay, soweit so gut)
2. Satz = Vorlokk richtete....
3. Satz = Vryn lag...
4. Satz = Vorlokk begann
5. Satz = Vryn stemmte
6. Satz = Vorlokk blickte
7. Satz = Der Wahnsinn (ahhh.. es geht noch anders ;))
8. Satz = Vryn wollte (uff..)...


Wisst ihr, was ich meine?? Es liest sich komisch, wenn alle Sätze so anfangen.. es klingt irgendwie... öde, langweilig, eintönig...gleich das Gefühl, die Schreibart mag ich nicht... aber hey.. ich hatte ja erst 8 Sätze gelesen...also weiter ;)


Erste Kapitel: Es geht so weiter.. hmpff... ich weiß nicht, aber irgendwie stört es...


PETER zuckte mit den Schultern....
FRANK legte kurz den Kopf schief...
PETER steuerte einen leeren Tisch an....
FRANK verdrehte genervt die Augen...
PETER machte eine wegwerfende Handbewegung...


Gott sei Dank blieb es nicht so und die Tatsache, dass die Story einfach interessant klingt, brachte mich dazu, doch noch weiterzulesen.

Es geht um den jungen Peter, der keine Erinnerung mehr an seine Vergangenheit hat... seine Eltern sind bei einem Autounfall gestorben, in dem auch er verwickelt war.. seit dem weiß er nichts mehr. Doch er lebt gut weiter, es geht ihm finanziell sehr gut und Frauen kennenzulernen fällt ihm auch leicht.
Also im Grunde alles gut.. wären da nicht immer diese verdammt realistischen Träume...

Träume von Vryn und seinem Bruder Vorlokk bei denen er irgendwie immer spürt, dass ER Vryn ist...
Ständig wacht er schweißgebadet davon auf, denn seltsamer Weise sind es auch noch Fortsetzungsträume und schon bald weiß er nach dem Aufwachen erst einmal gar nicht mehr, ist er Peter? Ist er Vryn? Wo ist er? Traum und Realität scheinen sich zu mischen. Hilfesuchend wendet er sich an seine Therapeuten.. mit der Angst davor, ob er verrückt wird... oder sind die Träume eine Art Bewältigung seiner Vergangenheit?

Die Kapitel wechseln sich meist ab.. mal liest man von Peter in der jetzigen Zeit, dann schläft er ein und man erfährt mehr über Vryn und seine Geschichte.

Die Idee des Buches ist wirklich gut! Der Titel ist auch sehr schön gewählt..auch wenn man dadurch gleich eine Vermutung hat, wie die Auflösung der Geschichte sein wird. Zudem betont Peter permanent, wie ihm technische Erfindungen wie Handys, Bahn, Autos, Fernseher etc. eigentlich zuwider sind... das wird so oft erwähnt, dass man sagen möchte: jaaa, wir haben es kapiert.. ! ;)

Während die Szenen sehr schön beschrieben sind, ohne viel SchnickSchnack drumherum, finde ich die Dialoge doch manchmal eher ein wenig kurz. Das Buch an sich ist nicht sehr dick und ich denke, auch wenn der Autor keinen überflüssigen Satz ins Buch bringen wollte.. ich glaube, ein paar Seiten mehr hätten dem Buch nicht geschadet.

Ich hab irgendwo gelesen, dass das Buch ab 15 sein soll.. dafür sind manche Szenen doch recht grausam beschrieben... aber gut, heute sehen die 15 Jährige auf YouTube vermutlich schon ganz andere Dinge ;)
Dennoch wirken manche Szenen fast ein wenig.. deplatziert? Ich kann es nicht genau erklären. Als hätte man doch noch ein wenig mehr Action ins Buch bringen wollen.. oder Vryn macht sich mit einer Gefährtin - mit der bis dahin gar nicht viel lief - auf den Weg zu einer Quelle und auf einmal.. schwups... haben sie Sex...

"Portal des Vergessens" ist eine nette Urban Fantasy Geschichte mit einer - wie ich finde - super Idee, aus der man aber noch mehr hätte rausholen können.
Dennoch ein gutes Buch, in das ich mich erst länger einlesen musste um Gefallen daran zu finden... aber richtige Urban Fantasy Fans dürfte das leichter fallen und durch die wenigen Seiten eine gute Geschichte für "Zwischendurch" haben..da man doch recht fix mit dem Buch durch ist.

Bewertung:

1 Kommentar:

  1. Ich musste grade total lachen, als ich diese Rezi gelesen habe, diese Satzanfänge,
    ich glaube ich würde die Krise kriegen :)
    Ich würde mich schnell langweilen glaube ich,sowas fällt nämlich schnell auf.

    Aber tolle Rezi!

    AntwortenLöschen